Hintertür ins iPhone?

In den Medien wird derzeit über einen Streit zwischen dem FBI  und der Firma Apple berichtet, in dem es um den Zugang zu auf dem iPhone eines Verdächtigen gespeicherten verschlüsselt gespeicherten Daten geht. Die US-Bundespolizei erhofft sich aus ihnen Erkenntnisse, die zur Aufklärung schwerster Straftaten beitragen könnten. Das Technologieunternehmen ist (bisher) nicht bereit, das für das iPhone verwendete Betriebssystem so umzuschreiben, dass Sicherheitsbehörden die kryptographischen an die geschützten Daten kommen.

Wenn es nur um den Zugang zu diesen spezifischen Daten gehen würde, wäre die Angelegenheit nicht besonders brisant. Schon heute haben Strafverfolgungbehörden  – nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland –  die Befugnis, zur Aufklärung schwerer Straftaten auf gespeicherte Daten zuzugreifen.

Der Ausgang des aktuellen Streits ist aber über den konkreten Fall hinaus äußerst bedeutsam. Sollte Apple der Forderung nachgeben und eine Hintertür zu den Daten einbauen, wäre damit die Sicherheit sämtlicher iPhones in aller Welt infrage gestellt. Mehr noch: Es geht es nicht nur um das iPhone, sondern um sämtliche informationstechnischen Systeme, denn natürlich richten sich entsprechende Forderungen auch an deren Hersteller und Betreiber. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass andere  Technologieunternehmen, die sich nach den Enthüllungen von Edward Snowden viele Millionen US-Dollar in den verbesserten Schutz der gespeicherten Daten investiert haben, an die Seite ihres Konkurrenten Apple stellen.

Niemand kann heute bezweifeln, dass Geheimdienste aus aller Welt die ihnen zur Verfügung stehenden Überwachungsmöglichkeiten einsetzen. Deshalb wäre es auch naiv anzunehmen, dass sie die neuen Chancen, die ein Hintereingang zu unseren Daten ihnen bietet, ungenutzt verstreichen lassen würden. Schließlich wäre es nur eine Frage der Zeit, bis auch Kriminelle die vorprogrammierten Schwachstellen kennen und für ihre Zwecke verwenden – zu unser aller Schaden.

Angesichts dieser weitreichenden Folgen bleibt zu hoffen, dass sich die US Behörden nicht gegen Apple durchsetzen. Denn es geht nicht nur um eine einzelne Hintertür, sondern um die Aushändigung eines Generalsschlüssels zu vertraulichen Daten. Der damit verbundene Vertrauensschaden wäre unabsehbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

Peter Schaar

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Kommentare

klaus ebinger | 07.03.2016

hallo

uns “ausländern” kann es eigentlich völlig egal sein ob das iphone als usa knackversion in der zukunft betrieben wird.
wir werden nach meinem kenntnisstand von amerika ( und dem rest der welt ) weiter ausgespäht.
da die meisten programme eine internetverbindu...

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